Jetzt bloß nicht die Nerven verlieren…

3 Dez

Bevor ich jetzt hier anfange, über meine „Schwangerschaftszipperlein“ zu plaudern, möchte ich noch etwas loswerden.

Und zwar möchte ich mich hier und jetzt und in aller Form bei all den Müttern entschuldigen, die ich vor meiner Schwangerschaft insgeheim belächelt und deren Beschwerden in der Schwangerschaft als übertriebene Lappalien abgetan habe.

Oft habe ich gedacht: „Die soll sich mal nicht so anstellen.“ oder noch besser „Schwangerschaft ist doch keine Krankheit.“

Ja echt, so etwas habe ich über werdende Mamas gedacht.

In einem Fall habe ich die Kurzatmigkeit einer Arbeitskollegin auf ihre beleibte Figur zurückgeführt. Sie war damals im 5. Monat und jappste dafür schon ganz schön ordentlich.

Tja Mädels, was soll ich sagen? Ich wusste es einfach nicht besser. Woher auch? Ich war bis dahin ja noch nicht schwanger und hatte keine Ahnung von den Dingen, die wir Frauen ertragen müssen, wenn wir uns in dem glücklichen Zustand der Schwangerschaft befinden.

Ich hatte die rosarote Brille auf und stellte mir selbstverständlich nur die Schokoladenseiten einer Schwangerschaft vor. Macht aber auch Sinn, denn sonst würden wahrscheinlich sehr viel weniger Kinder geboren. Das hat Mutter Natur schon gut eingefädelt, oder? Ganz schön gerissen, die Gute.

Ich möchte aber auch niemandem hier die Vorfreude aufs Kinderkriegen vermiesen oder nur schlechte Laune verbreiten. Nein nein, Allen, die meine Beiträge lesen und selbst noch keine Kinder haben, kann ich nur raten… Gehet hin und mehret euch!

Selbstverständlich werdet ihr mir kein Wort glauben. Und das ist auch völlig ok so.

Trotzdem ist es eine Tatsache, dass Frauen während ihrer Schwangerschaft einiges ertragen müssen. Davon durfte ich mich sehr bald selbst überzeugen.

Ich war im vierten Monat, als ich wie gewohnt mit meinen Kollegen in die Mittagspause ging. Schon im Gang begegnete ich einem von ihnen. Anerkennend nickte er mir zu und stellte fest: „Jetzt sieht man auf jeden Fall, dass Du schwanger bist.“, und dabei starrte er mir nicht auf meinen Bauch. Gemeinsam gingen wir zu unserer Stamm-Imbissbude. Doch diesmal war es etwas anders. Die beiden Herren unterhielten sich, während ich schnaufend wie ein Walross zwei Schritte hinter ihnen herging.

„Was ist denn jetzt los?“ fragten sie mich.

„Sorry ich kann nicht mehr, ihr seid zu schnell.“

Mit einem Grinsen auf ihren Lippen durfte ich mir anhören „Stell dich mal nicht so an.“

Tja, da wurde ich wohl von meiner eigenen Kurzatmigkeit eingeholt. Man könnte auch sagen: Wer Anderen eine Grube gräbt…

Zur gleichen Zeit merkte ich auch immer wieder ein leichtes Ziehen im Rücken. Anfangs dachte  ich, ich habe einfach „Rücken“, wie so viele Menschen. Daher wollte ich diesmal den Ball flach halten und nicht schon wieder meinen Arzt konsultieren.

Als ich meiner Mama von meinem Rückenziehen erzählte, sagte sie sofort „ Das kommt vom Ischias. Da kannst Du Dich auf etwas gefasst machen.“ So so, der Ischias. Also das, was hier so nett klingt wie ein heißblütiger italienischer Lover, ist in Wahrheit ein Nervenstrang, und zwar ein ziemlich großer, um nicht zu sagen der größte. Er verläuft durch das Rückenmark und erstreckt sich über unser Gesäß, über Hüften und Beine bis in die Füße.

http://www.stern.de/ruecken/erkrankungen/ischias-pein-im-bein-658719.html

Zwar war mein Baby erst ca. 5 cm groß und ca. 14 Gramm schwer, aber es machte sich schon mal auf eben diesem Nerv gemütlich. Meine Mama erzählte mir dann, welche Ischias-Schmerzen sie bei ihrer letzten Schwangerschaft (Es war übrigens die 6.) ertragen musste.

Und plötzlich kamen auch bei mir die Erinnerungen zurück. Als meine Mama mit meinem kleinen Bruder hochschwanger war, hatte sie wirklich Mühe zu laufen und zu stehen. Manchmal mussten wir ihr den Stuhl oder Sessel in Position rücken, damit sie sich irgendwie darauf niederlassen konnte. Einmal ist sie mit meinem Papa zum Orthopäden gegangen, der sie gestreckt hatte. Das heißt, sie wurde an Armen und Beinen aufgehängt??!!!

Jetzt_bloß_nicht_die_Nerven_verlieren

Oh, ich höre schon das Raunen. Kann ich auch verstehen. Mir gefiel die Vorstellung auch nicht.

Das waren ja tolle Aussichten für mich, an allen Vieren aufgehängt zu werden, wie ein  (Entschuldige Mama) Schwein. Ich hänge ja gerne mal ab, großartig.

Aber ich war ja noch am Anfang meiner  Schwangerschaft es bestand also noch Hoffnung nicht auf die Streckbank zu müssen.

Kennt Ihr das noch aus Eurer Kindheit, wenn eine Geschichte mit den Worten “Und wie es weitergeht, erfahrt Ihr beim nächsten Mal.” endet? In diesem Sinne…………….

 

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